Rüdesheimer Platz Berlin

Kreuz tragen

Wir nehmen die Karfreitagsprozession in Berlin-Mitte im Jahr 2010 zum Anlass, die Stationen [Anm.: In der katholischen Kirche werden 14 Stationen angegeben.] mit der Passionsgeschichte zusammenzufügen. Der Text steht in Johannes 19, Vers 1 bis 42. Wir nutzen heute die unrevidierte Elberfelder Bibelausgabe.

Der Kreuzweg zu sieben Kirchen in Berlin-Mitte

Zum ersten Mal haben die katholische und evangelische Kirche eine Karfreitagsprozession durchgeführt, die durch den Bezirk Berlin-Mitte zu sieben Stationen ging. Die Prozession begleitet an diesem Tag den leidenden Christus. Die Liturgie wird durch die Pfarrer der Stationskirchen entlang der Passionsgeschichte gestaltet. Die Konzeption stammt von Generalsuperintendent Ralf Meister, dem Superintendent Berthold Höcker und dem Pfarrer Stefan Frielinghaus.

Was bedeuten die Stationen?

In der Beschreibung der Berliner Aktion ist erklärt, dass die sieben Tageszeiten des Stundengebetes mit den Stationen der Passion Jesu und den sieben römischen Stationskirchen verknüpft wird. Informationen zu dieser Aktion können Sie auf der Website des ev. Kirchenkreises Berlin Stadtmitte (www.kkbs.de) nachlesen.

Wir verknüpfen die einzelnen Stationen des Kreuzweges mit der Passionsgeschichte und versuchen sie in die Bibelstellen einzubetten.  Die weltlichen Gedenken des Berliner Konzeptes, steht neben dem Kirchenbild.

Station 1 – Ausgangspunkt: Seine Geißelung

Berliner Dom.

Lesung und Predigt: Domprediger Friedrich-Wilhelm Hünerbein

Johannes 19 *1 Dann nahm nun Pilatus Jesum und ließ ihn geißeln. *2 Und die Kriegsknechte flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und warfen ihm ein Purpurkleid um; *3 und sie kamen zu ihm und sagten: Sei gegrüßt, König der Juden! und sie gaben ihm Backenstreiche. *4 Und Pilatus ging wieder hinaus und spricht zu ihnen: Siehe, ich führe ihn zu euch heraus, auf daß ihr wisset, daß ich keinerlei Schuld an ihm finde. *5 Jesus nun ging hinaus, die Dornenkrone und das Purpurkleid tragend. Und er spricht zu ihnen: Siehe, der Mensch! *6 Als ihn nun die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sagten: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und kreuziget ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm. *7 Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach [unserem] Gesetz muß er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat. *8 Als nun Pilatus dieses Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr; *9 und er ging wieder hinein in das Prätorium und spricht zu Jesu: Wo bist du her? Jesus aber gab ihm keine Antwort. *10 Da spricht Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Gewalt habe, dich loszugeben, und Gewalt habe, dich zu kreuzigen? *11 Jesus antwortete: Du hättest keinerlei Gewalt wider mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre; darum hat der, welcher mich dir überliefert hat, größere Sünde. *12 Von da an suchte Pilatus ihn loszugeben. Die Juden aber schrieen und sagten: Wenn du diesen losgibst, bist du des Kaisers Freund nicht; jeder, der sich selbst zum König macht, spricht wider den Kaiser.

Station 2 – Jesus wird zum Tode verurteilt

St. Marien. Erinnerung an Glaubens-Martyrien.
Lesung: Pfarrer Johannes Krug

*13 Als nun Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesum hinaus und setzte sich auf den Richterstuhl an einen Ort, genannt Steinpflaster, auf hebräisch aber Gabbatha. *14 Es war aber Rüsttag des Passah; es war um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Siehe, euer König! *15 Sie aber schrieen: Hinweg, hinweg! Kreuzige ihn[A]! Pilatus spricht zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, als nur den Kaiser. *16 Dann nun überlieferte er ihn denselben, auf daß er gekreuzigt würde. Sie aber nahmen Jesum hin und führten ihn fort.

Station 3 – Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

St. Nikolai. Erinnerung an Menschen, die aufgrund einer Entscheidung ihres Gewissens vertrieben wurden.
Lesung: Bischof Markus Dröge

*17 Und sein Kreuz tragend, ging er hinaus nach der Stätte, genannt Schädelstätte, die auf hebräisch Golgatha heißt, *18 wo sie ihn kreuzigten, und zwei andere mit ihm, auf dieser und auf jener Seite, Jesum aber in der Mitte. *19 Pilatus schrieb aber auch eine Überschrift und setzte sie auf das Kreuz. Es war aber geschrieben: Jesus, der Nazaräer, der König der Juden. *20 Diese Überschrift nun lasen viele von den Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt; und es war geschrieben auf hebräisch, griechisch und lateinisch.

Station 4 – Simon von Cyrene hilft das Kreuz tragen

Ruine der Petrikirche. Erinnerung an Krieg und Zerstörung.
Lesung: Pfarrer Gregor Hohberg

*21 Die Hohenpriester der Juden sagten nun zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern daß jener gesagt hat: Ich bin König der Juden. *22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.

Station 5 – Jesus wird an das Kreuz genagelt

Friedrichswerdersche Kirche. Erinnerung an Menschen, die wegen ihrer sozialen oder sexuellen Identität fliehen mussten.
Lesung: Pfarrer Stephan Frielinghaus

*23 Die Kriegsknechte nun nahmen, als sie Jesum gekreuzigt hatten, seine Kleider (und machten vier Teile, einem jeden Kriegsknecht einen Teil) und den Leibrock. Der Leibrock aber war ohne Naht, von oben an durchweg gewebt. *24 Da sprachen sie zueinander: Laßt uns ihn nicht zerreißen, sondern um ihn losen, wessen er sein soll; auf daß die Schrift erfüllt würde, welche spricht: »Sie haben meine Kleider unter sich verteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen«[a]. Die Kriegsknechte nun haben dies getan.

Station 6 – Jesus begegnet den weinenden Frauen

Französische Friedrichstadtkirche – Erinnerung an Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
Lesung: Pfarrer Matthias Loerbrocks

*25 Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, des Kleopas Weib, und Maria Magdalene. *26 Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger, welchen er liebte, dabeistehen, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, dein Sohn! *27 Dann spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich. *28 Danach, da Jesus wußte, daß alles schon vollbracht war, spricht er, auf daß die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet! *29 Es stand nun daselbst ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und brachten ihn an seinen Mund.

Station 7 – Jesus stirbt am Kreuz

St.-Hedwigs-Kathedrale. Erinnerung an die Bücherverbrennung.
Lesung: Pfarrer Matthias Loerbroks

*30 Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und er neigte das Haupt und übergab den Geist.

*31 Die Juden nun baten den Pilatus, damit die Leiber nicht am Sabbath am Kreuze blieben, weil es Rüsttag war (denn der Tag jenes Sabbaths war groß), daß ihre Beine gebrochen[A] und sie abgenommen werden möchten. *32 Da kamen die Kriegsknechte und brachen die Beine des ersten und des anderen, der mit ihm gekreuzigt war. *33 Als sie aber zu Jesu kamen und sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, *34 sondern einer der Kriegsknechte durchbohrte mit einem Speer seine Seite, und alsbald kam Blut und Wasser heraus. *35 Und der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahrhaftig; und er weiß, daß er sagt, was wahr ist, auf daß auch ihr glaubet. *36 Denn dies geschah, auf daß die Schrift erfüllt würde: »Kein Bein von ihm wird zerbrochen werden«[a]. *37 Und wiederum sagt eine andere Schrift: »Sie werden den anschauen, welchen sie durchstochen haben«.

Letzte Handlung – Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt

*38 Nach diesem aber bat Joseph von Arimathia, der ein Jünger Jesu war, aber aus Furcht vor den Juden ein verborgener, den Pilatus, daß er den Leib Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Er kam nun und nahm den Leib Jesu ab. *39 Es kam aber auch Nikodemus, der zuerst bei Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, bei hundert Pfund. *40 Sie nahmen nun den Leib Jesu und wickelten ihn in leinene Tücher mit den Spezereien, wie es bei den Juden Sitte ist, zum Begräbnis zuzubereiten. *41 Es war aber an dem Orte, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten, und in dem Garten eine neue Gruft, in welche noch nie jemand gelegt worden war. *42 Dorthin nun, wegen des Rüsttags der Juden, weil die Gruft nahe war, legten sie Jesum.

Pressemeldung des Erzbistum Berlin vom 25. März 2010.

Hier finden Sie den Terminhinweis zum Berliner Kreuzweg von Rogate e. V., einer ökumenischen Initiative im Berliner Brennpunkt Kurfürstenstraße/Nollendorfplatz.

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